• Burnout wie man ihm vorbeugt, Bruchhauser Steine in Olsberg, © Dominik Ketz, Tourismus NRW e.V.

Der Burnout - wie man ihm vorbeugt

Programme zur Entspannung in NRW

Burnout und andere stressbedingte Krankheiten sind Zeichen unserer Zeit, denen nur mit einem guten Präventions- und Gesundheitskonzept entgegen gewirkt werden kann. In NRW haben sich Ärzte, Hotels, Kurorte und Kliniken zusammen geschlossen, um gemeinsam im Urlaub und in entspannter Atmosphäre mit dem Gast zu erlernen, wie man einem Burnout vorbeugt, mit Erschöpfungszuständen umgehen kann und zu mehr Entspannung findet.

Als leitender Oberarzt an der Berolina Klinik in Löhne bei Bad Oeynhausen hat Dr. Stock, der psychosomatische Folgen von dauerhaftem Stress behandelt, folgenden Rat:

1. „Grundregel bei der Vorbeugung des Burnout-Syndroms ist das Erlernen von Entspannungstechniken, um im Alltag einen ausgeglichenen Wechsel von Anspannung und Entspannung zu garantieren.“ Im Stress geht der Blick auf sich selbst verloren. Entspannungsübungen sind ideal, die Achtsamkeit zu fördern für alles, was für das körperliche und geistige Wohlbefinden von Bedeutung ist:

  • Biofeedback: Die körperlichen Folgen von Stress (z.B. Muskelverspannungen, Herzbeschwerden, Veränderungen in der Durchblutung) werden von den Betroffenen oft nicht bewusst wahrgenommen, lassen sich jedoch per Computer registrieren und direkt aufzeigen. Ziel der Biofeedback-Methode ist die gezielte Wahrnehmung und Beeinflussung körperlicher Prozesse, die für die Aufrechterhaltung der körperlichen und geistigen Gesundheit relevant sind.
  • Yoga und Tai Chi: Bei diesen traditionellen Entspannungstechniken kommt man wieder in Kontakt mit dem Körper und erkennt so besser die eigenen Bedürfnisse.
  • Autogenes Training: Dieses wirkt durch suggestive Formeln auf Körperfunktionen und Gefühle ein. Der Teilnehmer lernt, sie in stressreichen Situationen einzusetzen, um sich selbst zu beruhigen, den Blutdruck zu senken oder Angstgefühle zu beherrschen.
  • Schlaftraining: Hierbei lernt man was gesunder Schlaf ist, was Bewegung und Ernährung damit zu tun haben und was es mit Schlafhygiene auf sich hat.

2. Für die dauerhafte Prävention von Burnout-Syndromen bedarf es einer strukturierten Umstellung der Rahmenbedingungen. Für Dr. Stock ist daher die Selbstanalyse der wichtigste Schritt zur Vermeidung eines Burnouts. „Die Personen, die eine Auszeit suchen, lernen im Urlaub, sich mit ihren persönlichen Stressmustern zu beschäftigen und ergründen, ob sie ungünstige Haltungen und Einstellungen haben.“

3. Regelmäßige Auszeiten vom Alltag und Gesundheitsurlaube können helfen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen: Krank schreiben lassen und zu Hause auf Besserung warten bringt nicht viel. Stressgeplagte müssen – so konträr es klingt – an sich arbeiten und lernen, in Begleitung von Ärzten und Coaches ihren Lebensstil im Urlaub umzustellen und dieses Wissen mit in den Alltag zu überführen. Im Rahmen eines Gesundheitsurlaubs befürwortet Dr. Stock z.B. „eine Art Intervallprogramm, das aus einem drei- bis viertägigen Basisprogramm besteht. Nach drei Monaten kann dann noch einmal ein Refresher-Kurs angeboten werden.“ Der perfekte Gesundheitsurlaub besteht aus einer ausgewogenen Mischung aus Bewegung und Entspannung:

  • Spaziergänge oder Radtouren an der frischen Luft: Diese sorgen für genügend Sauerstoffzufuhr sowie Ablenkung vom Alltag und steigern die Achtsamkeit für das eigene Ich, den Körper und die Umwelt.
  • Sport: Steigert die körperliche und geistige Fitness, versorgt den Körper mit Sauerstoff, steigert Energie und Gesundheit.
  • Gezielte Programme: Zum Beispiel Angebote mit Schlaftraining, Entspannungsmethoden und Atemübungen oder Entspannungs- und Stressmanagement mit verschiedenen buchbaren Modulen zu Bewegung, Ernährung oder Wellness in NRW.